Wissenschaftlich nachgewiesene Heilungswirkung durch traumasensibles Yoga

Traumatische Erfahrungen sind teilweise langwieriger in der Behandlung als körperliche Folgen von einem Ereignis. Tiefe Spuren im Körpergedächtnis gilt es, zu beseitigen. Ein guter therapeutischer Ansatz ist das Trauma sensible Yoga. Die klassische Form, welche sehr körperorientiert ist, stellt das Hatha-Yoga dar. Wissenschaftlich nachgewiesen wurden die Erfolge der verfolgten Ziele. Diese sind in der Stabilisierung der Betroffenen zu sehen. Weiterhin wird hierbei die Harmonisierung des vegetativen Nervensystems angeregt.

Definition Trauma

Hierbei handelt es sich um eine seelische Verletzung. Die griechische Bezeichnung für Wunde ist Traumata. Dabei ist nicht genau festgelegt, wodurch diese Verletzung hervorgerufen wurde.

Ursachen von Traumata

Unzählige Ereignisse können zu einem Trauma führen. Halten die Beschwerden länger an, wird von einer posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS, gesprochen. Wie vielschichtig diese sind, soll die folgende Aufzählung zeigen.

Ursachen können sein:

  • Naturkatastrophen
  • Vergewaltigung
  • Unfall
  • Verlust von geliebten Menschen
  • Vernachlässigungen in der Kindheit
  • Mobbing
  • Scheidung
  • Medizinische Eingriffe

Yoga in Verbindung mit Traumaheilung

Yoga bedeutet das Zusammenbinden, beispielsweise durch Konzentrationsübungen, Atemtechniken und körperlichen Übungen.

Eine wirksame Hilfe

Bei einem Trauma ist es für die Patienten schwierig, sich zu öffnen und über das Erlebte zu berichten. Stellenweise kann auch zu Beginn nicht genau festgemacht werden, welches Erlebnis zu diesen Beschwerden geführt hat. Deshalb ist es günstig, sich an eine Praxis zu wenden, die zum einen die Gesprächstherapie und zum anderen die Yoga-Therapie anbietet. Die Therapeutin sollte sowohl eine Traumatherapieausbildung, als auch eine Yoga-Lehrerausbildung haben.
Das Zusammenwirken beider Therapien zeigt deutlich bessere, schnellere und dauerhafte Erfolge. Beim Blick auf die Gesprächstherapie wird man feststellen, dass in der ersten Phase aufgedeckt wird, was der Ursprung des Traumas ist. Die sich anschließende Yoga Therapie dient der Weiterentwicklung und Neuorientierung. Dies ist nach Abschluss der Verarbeitungsphase notwendig.

Es gibt viele Yoga-Stile. Für die Bewältigung von einem Trauma wird am häufigsten das Hatha-Yoga eingesetzt. Hatha steht für Kraft, Unterdrückung und Hartnäckigkeit. Das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wird angestrebt durch Pranayama, also den Atemübungen, durch Asanas, den körperlichen Übungen und der Meditation.

Vorgehensweise

  1. Asanas sind die Körperübungen. Diese wirkt sich auf das vegetative Nervensystem ausgleichend aus. Das Resultat ist, das der Geist ruhig wird. Der Prozess zwischen Bewegung und Widerstand steht am Ende dieser Übung bis die optimale Körperhaltung eingenommen wird.
  2. Es schließen sich die Atemtechniken (Pranayama) an. Der Kopf wird dadurch klarer und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Die Gedanken, welche für Unruhe sorgen, werden mit diesen Übungen besänftigt. Gelassener und ruhiger ist der Geist bereits nach einer Sitzung.
  3. Beendet wird das Training mit Yoga Nidra. Dies ist die muskuläre Tiefenentspannung. Der Geist ist kontrolliert und ruhiger geworden, sodass wieder ein Blick in die Seele geworfen werden kann.

Ziel ist es, sich nach jedem Training kraftvoller, ausgeglichener und vitaler zu fühlen.

Wirkungsweise des Traumayogas

Traumasensibles Yoga wirkt zugleich auf vier verschiedenen Ebenen. So nehmen traumatisierte Menschen mehrere positive Erfahrungen mit und können mit ihrer derzeitigen Situation wesentlich besser umgehen.

1. Vegetatives Nervensystem

Die Verschiebung des vegetativen Zustandes in Richtung niedriger Energien wird eingeleitet und dadurch der innerliche Stress verringert. Ebenfalls kann die Empfindlichkeit gegenüber von stressauslösenden Reizen minimiert werden. Man kann Yoga als Form der aktiven Regenerierung bezeichnen, da es Einfluss auf den Vagusnerv vom vegetativen Nervensystem nimmt. Dieser ist für die Steuerung der Regeneration des gesamten Organismus zuständig. Durch diese Stabilisierung erhöhen sich bei Störungen die Anpassungsfähigkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden.

2. Psychische Ebene

Neben den überwältigenden Hochstimmungen sind, ein Extrovertiertes Auftreten, eine klare Reaktionswahl, eine höhere Leistungsbereitschaft und eine größere Aktionsbereitschaft zu beobachten.

3. Kognitive Ebene

Das verbesserte Selbstbewusstsein übt Einfluss bei der Entwicklung zur Stressbewältigung aus.

Beispielsweise…

…kann auf Stress viel aktiver reagiert werden und dadurch abgewiesen werden. Der Stress wird dann nicht mehr so stark vom Menschen in sich aufgenommen – eine Art Stressresistenz wird aufgebaut. Die Handlungsfreiheit ist durch geringere Passivität gegeben. Stressoren wie, Alkohol und Nikotin werden gemieden und das Denken und Vorgehen ist lösungs- und problemorientierter als vorher.

4. Muskuläre Ebene

In einer Studie wurde belegt, dass bereits 15 Minuten muskuläre Tiefenentspannung zu mehr Entspannung führen als 8 Stunden Schlaf. Durch die zunehmende Entspannungswirkung wird das Immunsystem gestärkt, Kraftreserven werden gezielt aktiviert und die Konzentrationsfähigkeit wird komplett wiederhergestellt. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten beim Yoga psychische und auch physiologische Effekte. Hierbei ist der Vagusnerv der Gegenspieler von Stressaktionen des vegetativen Nervensystems.

Das psychosomatische Institut Köln stellte bei der Messung der Herzfrequenz fest, dass die Pulsschläge sich um 9 Schläge pro Minute reduzierten. Es wurden lesende und nicht lesende Gruppen bezüglich Cortison und Polaktin getestet. Bei den lesenden Probanden waren die Werte deutlich geringer. Sogar bei einem EEG (Elektro-Enzephalo-Gramm) wurde die Zunahme der Alpha Aktivität nachgewiesen. Diese Alpha-Aktivität ist ein entspannender und wacher Aufmerksamkeitszustand der Gehirnwellen. Festgestellt werden konnte auch eine höhere Motivation der Probanden in Bezug auf das Treffen von Entscheidungen und Planen von neuen Lebensschritten.

Zusammenfassung

Wer selbst an einem Trauma leidet und es beheben möchte wird feststellen, dass dies allein nur in den seltensten Fällen gelingen wird. Ein Trauma kann nur in Zusammenarbeit mit Spezialisten bearbeitet und verarbeitet werden. Bei den Therapeuten ist Yoga ein Teil der Behandlung. Der gesunde Kontakt zu dem Körper wird durch Yoga wiederhergestellt. Die Ziele des Trauma Yoga stellen sich wie folgt dar. Es soll von alten Mustern losgelassen werden und die Überregung des vegetativen Nervensystem soll abgebaut werden. Die bestehenden Beziehungen zu Freunden und Mitmenschen soll gestärkt werden, denn nur mit gefestigten Beziehungen bzw. Freundschaften kann ein Mensch eine psychisch gefestigte Persönlichkeit sein. Die innerliche Erstarrung in Bezug auf das traumatische Erlebnis soll gelöst werden und der eigene Körper gespürt und wahrgenommen werden. Der Mensch wird als Ganzes sowohl körperlich als auch geistig gestärkt.

Entspannter, gestärkter und freier verlassen die Teilnehmer jede Yoga-Stunde. Die Psyche wurde gestärkt. Man kann sich viel besser auf das bestehende Problem einlassen. Wenn zunächst erst daran gedacht und darüber gesprochen werden konnte, kann nach und nach auch dagegen angegangen werden.

Du bist betroffen? Was kannst du erwarten?

Die Ergebnisse, die durch eine traumasensible Yogabehandlung erreicht werden, sind natürlich immer auch abhängig vom Therapeuten und dem Mitwirken des Patienten. In jedem Fall kann mit dieser Therapie nichts verkehrt gemacht werden. Selbst wenn nicht in unmittelbarer Zeit eine Heilung erfolgt, kann man Schritt für Schritt das traumatische Erlebnis verarbeiten und es nach und nach aus seinem Leben verbannen.
Hierzu sollte man sich im Vorfeld genau informieren. Viele Praxen bieten eine kostenlose Sitzung bzw. Beratung an. Hier kann geprüft werden, ob die „Chemie“ zwischen dem Experten und einem Selbst stimmt. In welchen Abständen die Therapiesitzungen und in welchem Umfang sie notwendig sind, wird dann ganz individuell festgelegt.