Welche Yogamatte passt zu mir?

Gerade am Beginn eines Yogakurses stellt sich für viele die Frage, welche Yogaunterlage am besten geeignet ist und welche Natur-Yogamatte zu einem passt. Daher ist es nicht immer einfach aus der großen Auswahl an Yogamatten mit natürlichen Fasern, die richtige zu finden, die zu deinem Yogastil passt. Bei der Suche helfen dir diese 5 Anhaltspunkte:

  1. Für welche Art von Yoga soll die Matte passen?
  2. Welche Eigenschaften soll die Matte haben? Wie dämpfend, isolierend, weich oder rutschfest?
  3. Wie sieht es mit der Haltbarkeit der Matte aus?
  4. Wie “natürlich” soll die Matte sein? Welche Ansprüche stellst du an die Nachhaltigkeit?
  5. Willst du eine günstige Yogamatte oder eine qualitativ hochwertige Yogamatte? Welche Budget hast du dir vorgestellt?

Die Unterschiede und damit die Eignung der Natur-Yogamatten ergeben sich genau durch diese Eigenschaften. Einige sind besser für Kundalini-Yoga geeignet, wieder andere sollte man nur für Ashtanga-Yoga verwenden. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Mattenarten in Verbindung zu den verschiedenen Yogastilen haben wir nachfolgend für dich zusammengefasst. Hier findest du alle Informationen, die du beachten solltest, bevor du dir eine Yogamatte zulegst.

Welches Material für Yogamatte – Yogamatte aus Naturfasern

Hierbei handelt es sich um die Yogaunterlage im klassischen Sinn. Schon Pattabhi Jois, einer der frühen Schüler von T. Krishnamacharya und bedeutender Vertreter des Hatha-Yoga, empfahl seinen Schülern Yoga auf einfachen Teppichen zu praktizieren. Das von ihm gelehrte Hatha-Yoga-System, das heute in erster Linie unter dem Namen „Ashtanga Yoga“ bzw. „Ashtanga Yoga“ bekannt ist, hat er selbst von Krishnamacharya gelernt.

Wie schaut es im Mutterland der Yogaphilosophie aus, wie praktizieren sie dort Yoga? Auf Kunststoffmatten? Nein, sie verwenden Flickenteppiche, Baumwolltücher oder einfach nur den nackten Boden. Das Naturmaterial reicht von gewebten Stoffen aus Wolle bis zur Baumwolle.

Die beste Reise Yogamatte – Yogamatte aus Baumwolle

Herstellung:

Yogamatten aus Baumwolle sind der indische Klassiker. Baumwolle zählt weltweit zu den wichtigsten Naturfasern. Die Anbaugebiete dieser Pflanze befinden sich vor allem in tropischen und subtropischen Regionen. Die größten Produktionsländer sind China (25%), Indien (20%) und die USA (13%). Jährlich werden bis zu 25 Millionen Tonnen Baumwolle erzeugt. Rund 51 Arten sind bekannt.

Zu den Ursprungsländern dieser sehr alten Kulturpflanze Baumwolle zählen sowohl alte Kulturen in Indien, Afrika und Amerika. Die Entdeckung dieser Pflanze als wertvoller Rohstoff erfolgte unabhängig voneinander. Die ältesten belegten Funde für den Anbau von Baumwolle stammen ungefähr aus der Zeit um 6000 v. Chr. aus Indien.

Verwendung – Für wen ist die Matte geeignet?

Die Yogamatte aus Baumwolle hat ihren Ursprung in Indien. Noch heute werden in Indien, die bei uns bekannten „Flickenteppiche“, als Yogamatte Baumwolle genutzt. Demnach liebt der indische Yogi die Yogamatte aus Baumwolle. Die Yogis in Indien nutzen die Yogamatte Baumwolle sowohl bei dynamischen, schnellen Yogaabfolgen, wie auch bei ruhigen, statischen Yoga Posen.

Ein großer Vorteil der Baumwollmatte ist der geringe Platzanspruch. Durch seine Flexibilität lässt sie sich im Gegensatz zu anderen Materialien verhältnismäßig klein zusammenlegen oder auch Taschen gerecht falten. So geht die Matte beim Transport leicht in jeden Koffer oder in die Badetasche hinein. Generell ist die Baumwollmatte für Yoga im Freien hervorragend geeignet, da sie sich optimal an die Bodengegebenheiten anpasst.

Neben der schlichten Baumwoll-Variante sind Matten mit Gumminoppen an der Unterseite aufgrund der besseren Rutschfestigkeit zum Empfehlen. Die pranajaya Yogamatte bietet diesen Sicherheitskomfort mit Noppen aus Naturkautschuk.

Vorteile:

  • rutschfest: Die Baumwollmatte ist super für dynamische Yoga-Stile geeignet, da ihre rutschfeste Oberfläche einen tollen Grip für Hände und Füße bietet.
  • Das Material fühlt sich “natürlich” und weich auf der Haut an.
  • Im Gegensatz zu einem Yogateppich ist eine Baumwollmatte viel dichter gewebt und verzieht sich daher auch unter großer Belastung nicht.
  • Platzsparend: die Matte lässt sich einfach falten und für den Transport verstauen.

Nachteile:

  • Ohne zusätzliche Unterlage bietet sie wenig Dämpfung für die Gelenke

Yogamatte aus Fell  – Schurwolle

Herstellung:

Als Schurwolle bezeichnet man die Wolle von Schafen, welche in regelmäßigen Abständen geschoren werden. Es handelt sich daher um einen nachwachsenden Rohstoff mit sehr guten thermoregulierenden Eigenschaften. Bei diesem Naturprodukt gibt es natürlich sehr große Qualitätsunterschiede je nach Haltung und Gesundheitszustand der Tiere.

Verwendung – Wann ist Schurwolle sinnvoll?

Die Schurwollmatte wird vor allem im Kundaliniyoga verwendet. Die Empfehlung für diese Yogarichtung geht klar in Richtung dieser dicken Unterlage, da die Meditationen und das lange Sitzen auf einer dünnen Matte auf Dauer sehr unangenehm werden können. Gerade das lange Sitzen während Meditationseinheiten oder Therapiesitzungen lässt sich mit diesem Material sehr gut aushalten. Außerdem hat die natürliche Schurwolle einen wärmenden und kühlenden Effekt, sie wirkt hervorragend klimaregulierend. Nachteil ist die nicht vorhandene Rutschfestigkeit der Matte.

Die Schafwolle ist von Natur aus bakterien- und schmutzabweisend, sie bedarf daher nicht sehr viel Pflege. Sollte sich irgendwann doch zu viel Schmutz und Staub aus der Umgebung im Gewebe angesammelt habe, ist es empfehlenswert die Matte in der Wäscherei reinigen zu lassen.

Vorteile:

  • 100% Naturfaser
  • nachwachsender Rohstoff
  • von lebenden Schafen geschoren
  • temperaturregulierend: kühlt im Sommer und wärmt im Winter
  • isolierend
  • pflegeleicht: bakterien- und schmutzabweisend
  • aufhältig, lange Lebensdauer
  • gut mit Feuchtigkeit verträglich
  • gelenkschonend durch weiche Polsterung
  • biologisch abbaubar

Nachteile:

  • schlechter Grip für Hände und Füße
  • nicht so rutschfest
  • vor allem für ruhige Yogastile geeignet
  • können trotz Naturfaser mit Chemikalien belastet sein – auf Biosiegel ktb achten
  • großes Gewicht und Umfang, zum Transportieren eher unhandlich
  • meist teurer als Yogamatten aus anderen Materialien

Yogamatte aus Kork

Herstellung:

Yogamatten aus Kork werden aus der Rinde der Korkeiche hergestellt. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Korkmatte zählen Elastizität, Schalldämmung und Atmungsaktivität. Zusätzlich ist Kork wasserabweisend und die Unterlage damit vor allem für Yogastile, bei denen viel geschwitzt wird sehr beliebt. Der Kork allein ist zu 100% biologisch abbaubar, da es sich um reines Naturprodukt handelt. Wie bei den Schurwollmatten ist aber wichtig zu wissen, dass die Unterseite zur Rutschfestigkeit meist mit Kunststoff beschichtet ist. Da ist wichtig die Herkunft und ein mögliches Gütesiegel zu beachten.

Verwendung – Welche Vorteile hat eine Korkmatte?

Diese Matte ist vor allem für Allergiker, Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut geeignet, da der Kork antibakterielle und antiallergische Eigenschaften haben soll. Bist du auf der Suche nach einer besonders leichten Yogamatte, dann bist du mit einer Korkmatte sehr gut beraten. Sie wiegt mit 1 kg Gewicht nur ein Drittel von herkömmlichen Gummimatten.

Vorteile:

  • gute Eignung für Allergiker
  • keine statische Aufladung
  • nicht entflammbar
  • rutschfest
  • pflegeleicht, weil selbstreinigend
  • natürlicher Geruch
  • langlebig
  • biologisch abbaubar

Nachteil:

  • Schadstoffbelastung durch Kunststoffunterseite, wenn nicht zertifiziert

Yogamatte aus Naturkautschuk

Herstellung:

Der amerikanische Chemiker Charles Goodyear entdeckte 1839, dass man mit Hilfe von Hitze Kautschuk und Schwefel in Gummi verwandeln kann. So wurde der erste Kunststoff hergestellt. Lange Zeit war das daraus entwickelte PVC, die erste Materialwahl für langlebige, rutschfeste und günstige Yogamatten.

Verwendung:

Die Gummimatte kann am besten mit ihren Eigenschaften punkten, wenn sie bei sehr dynamischen Yogaarten zum Einsatz kommt. Flow-Yoga und Vinyasa sind zwei klassische Stile. Besonders wichtig ist die dämpfende Funktion der etwas dickeren Matte zur Unterstützung des Rückens und der Gelenke.

Vorteile:

  • rutschfest, vor allem auf glatten Oberflächen gut geeignet
  • guter Grip, außer bei stark schweißtreibenden Yoga-Stilen
  • gute Dämpfung für Sprünge
  • isoliert gegen Kälte
  • umweltschonend, weil vollständig biologisch abbaubar (nur bei Naturkautschuk)
  • gesundheitlich unbedenklich, wenn Herstellung ohne chemische Zusätze erfolgt und die Matte aus reinem Naturgummi gefertigt wird

Nachteile:

  • bei der Herstellung können bei der Vulkanisierung toxische bedenkliche Stoffe entstehen
  • Gummi Geruch zu Beginn
  • die Herstellung von Naturkautschuk trägt zum Teil zur Abholzung des Regenwaldes bei
  • schwere Reinigung – Kunststoffmatten kann man NICHT waschen
  • schlechte Hygiene

Yogamatte aus Jute

Herstellung:

Jute ist die Bastfaser mehrerer aus Indien stammender Corchorus-Arten, welche der Familie der Lindengewächse angehört. Sie ist neben der Baumwolle die wichtigste Naturfaser und ihre Länge liegt bei ca. 1,50 bis über 3 Meter. Die Jutefaser ist eine Naturfaser, welche man vollständig biologisch abbauen kann. Sie besitzt einen sehr seidigen und goldenen Glanz, wodurch auch der Name die goldene Faser entstanden ist. Aufgrund ihrer robusten Beschaffenheit dient sie hervorragend für funktionelle oder alltägliche Produkte.

Verwendung:

Die Vielseitigkeit der Jutefasern bewirkt eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Vorwiegend wird Jute für Verpackungsmaterialien, wie Säcke, Beutel etc. eingesetzt. Wenn sie nicht mit anderen Materialien wie PVC gemischt wird (Prüfung auf ÖKO TEX Standard 100 empfehlenswert), ist Jute sehr umweltfreundlich dadurch, dass sie schnell verrottet. Zusätzlich ist sie sehr robust und reißfest.

Wie schon bei den anderen Pflanzenfasern ist diese Matte nicht sehr dämpfend und ohne zusätzliche Beschichtung auch nicht rutschfest. Sie eignet sich zur Verwendung in der Natur oder für Yoga-Stile mit vielen Stand- und Balanceübungen.

Yogamatte, die nicht stinkt – Yogamatte aus Hanf

Relativ unbekannt ist die Verwendung von Hanf für eine Yogamatte.

Herstellung:

Hanf war ein extrem wichtiger Rohstoff in früheren Zeiten, der dann durch verschiedene Gründe zum Teil von anderen Materialien verdrängt wurde oder aus der Mode kam. Die Hochblüte des Hanfanbaus war vor allem im 17. Jahrhundert, weil die Schifffahrt einen enormen Bedarf an Seilen und Segeltuch hatte.

Die Hanfpflanze zeichnet sich durch ihre gute Nachhaltigkeit aus, denn er lässt sich sehr leicht anbauen. Die Hanffaser ist überaus robust und formstabil.

Verwendung:

Wie schon bei den anderen Pflanzenfasern ist diese Matte nicht sehr dämpfend und ohne zusätzliche Beschichtung auch nicht rutschfest. Sie eignet sich zur Verwendung in der Natur oder für Yoga-Stile mit vielen Stand- und Balanceübungen.

Für weitere Fragen kannst du gerne eine Anfrage über unser Kontaktformular stellen. Wir stehen dir gerne zur Verfügung.